latex:hintergrund

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen Revision Vorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
latex:hintergrund [09.03.2013 17:56]
Thomas Schlager [Der wiederholte LaTeX-Aufruf]
latex:hintergrund [10.03.2013 14:51] (aktuell)
Thomas Schlager [Hintergrundwissen]
Zeile 1: Zeile 1:
 ====== Hintergrundwissen ====== ====== Hintergrundwissen ======
  
-Auf dieser Seite erläutern wir Hintergrundinformationen,​ die zum besseren Verständnis diverser Themen dienen.+Auf dieser Seite erläutern wir Hintergrundinformationen,​ die zum besseren Verständnis diverser Themen dienen. Leider muss man in diesem Zusammenhang immer wieder etwas weiter ausschweifen.
  
-===== Was ist der Unterschied zwischen dem Kommando 'latex' und 'pdflatex'? =====+===== "latex" oder "pdflatex"? =====
  
-Zu Beginn muss man schon mal sagen, dass heute die Unterschiede zwischen ​den beiden Kommandos im Detail ​liegen. Es ist sogar so, dass beide Kommandos symbolische Links auf den selben Interpreter ​- nämlich ''​pdfTeX''​ sind.+Die Unterschiede zwischen ​diesen ​beiden Kommandos ​liegen ​im Detail. Es ist sogar so, dass beide Kommandos symbolische Links auf das gleiche Programm -- nämlich ''​pdftex'' ​-- sind:
  
 <​code>​ <​code>​
Zeile 14: Zeile 14:
 </​code>​ </​code>​
  
-[[http://​www.pdftex.org|pdfTeX]] ist die logische Weiterentwicklung und Vereinigung von ''​TeX''​ (geschrieben von Donald Knuth) und ''​eTeX''​ (geschrieben von Peter Breitenlohner). ​Mit Hilfe von google kann man sich da leicht einen Tag lang beschäftigen ​um Historie und Ablauf der Entwicklung ​zu erforschen.+[[http://​www.pdftex.org|pdfTeX]] ist die logische Weiterentwicklung und Vereinigung von ''​TeX''​ (Donald Knuth) und ''​eTeX''​ (Peter Breitenlohner). ​LaTeX wiederum ist Eingabesprache und Textsatz-System,​ die um diese Technologien gesponnen wurden. Eine Makro-Paket sozusagen. ​Historie und Ablauf der Entwicklung ​lassen sich über Suchmaschinen mit einigem Leseaufwand verfolgen.
  
-Wichtig ist eigentlich nur zu wissen, dass ''​pdfTeX''​ im Gegensatz zu seinen Vorgängern in der Lage ist **direkt** ​pdf Dateien zu erstellen. ​D.h. man kann damit auch pdf Features nutzen. Darüber hinaus hat man aber ''​pdfTeX''​ mit der Fähigkeit ausgestattet ​weiterhin ​DVI Dateien zu erstellen - das Ausgabeformat von ''​TeX''​ bzw. ''​eTeX''​. Zusammengefasst+''​pdfTeX'' ​ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern in der Lage**direkt** ​PDF-Dateien zu erstellen. ​Dadurch lassen sich viele der in PDF verfügbaren ​Features nutzen. Darüber hinaus hat man ''​pdfTeX''​ mit der Fähigkeit ausgestattetDVI-Dateien ​erstellen ​zu können:
  
-  * ''​latex''​ -> erzeugt DVI Dateien +  * ''​latex''​ -> erzeugt DVI-Dateien 
-  * ''​pdflatex''​ -> erzeugt ​pdf Dateien+  * ''​pdflatex''​ -> erzeugt ​PDF-Dateien
  
-//​Entscheidet man sich für die Erstellung von pdf Dateien funktionieren ​Pakete, die auf der Konvertierung von DVI zu PostScript ​ ​aufsetzenmit pdfTeX ​nicht (vor allem PSTricks). ​Das gilt insbesondere auch für das Einbetten ​von PostScript-Grafiken. Diese müssen zuvor in ein Format umgesetzt ​werden, das von pdfTeX unmittelbar verarbeitet werden kann (PNG, JPEG, JBIG2 oder PDF). Als Alternative zur Erzeugung von Grafiken mit LaTeX wurde das System ​PGF/TikZ entwickelt.//​ (vgl. [[http://​de.wikipedia.org/​wiki/​PdfTeX]])+//​Entscheidet man sich für ''​pdflatex''​ können ​Pakete, die auf Konvertierung von DVI zu PostScript ​basieren, nicht verwendet werden ​(z.B. PSTricks). ​Auch das direkte einbetten ​von PostScript-Grafiken ​ist unmöglich (sie können aber in verträgliche Formate umgewandelt ​werden). ​ Als Alternative zur Erzeugung von Grafiken mit PSTricks ​wurde PGF/TikZ entwickelt.//​ (vgl. [[http://​de.wikipedia.org/​wiki/​PdfTeX]])
  
-D.h. vor allem die verwendbaren Grafikformate sind eine wichtige Eigenschaft die der User zu spüren bekommt. Dabei kann man folgende ​Formate ​zuordnen (die Reihenfolge ist auch jene in der ''​pdfTeX''​ nach Dateiendungen sucht so fern keine angegeben wurden):+Einsetzbare Grafik-Formate:
  
   * ''​latex''​ -> ps, eps, tiff   * ''​latex''​ -> ps, eps, tiff
   * ''​pdflatex''​ -> jpeg, png, pdf   * ''​pdflatex''​ -> jpeg, png, pdf
  
-Da nun beide Kommandos ''​pdftex'' ​im Hintergrund ​verwenden ​kann man auch mit ''​pdflatex''​ DVI Dateien erzeugen (natürlich mit allen oben genannten ​Einschränkungen ​und Unterschieden.+Da beide Kommandos ''​pdfTeX''​ verwenden, lassen sich auch beide Formate damit generieren. Für die Ausgabeformate sind dennoch die erwähnten ​Einschränkungen ​gültig:
  
 <code latex> <code latex>
Zeile 34: Zeile 34:
 </​code>​ </​code>​
  
-==== Soll ich jetzt mit latex oder pdflatex ​arbeiten====+=== latex oder pdflatex? ===
  
-Den einzig "​richtigen"​ Weg gibt es nicht. ​Bis zu diesem "​Tutorial für Experten" ​haben wir bewusst ​ausschließlich mit ''​pdflatex'' ​gearbeitet ​weil das unserer Meinung nach die modernere ​Vorgehensweise ist. Es gibt aber eben wie überall auch hier nicht nur Vorteile. Einige sehr interessante Features funktionieren nur mit ''​latex''​. Diese tools (pstricks, psfrag, usw.wollen ​wir nun hier vorstellen.+Den einzig "​richtigen"​ Weg gibt es nicht. ​Bisher ​haben wir bewusst ​die Verwendung von ''​pdflatex'' ​forciert, ​weil es die moderne ​Vorgehensweise ist. Es gibt aber durchaus Situationen,​ die die Verwendung von ''​latex'' ​fordernbeispielsweise dann wenn Pakete wie //​pstricks//​ und //psfrag// eingesetzt werden oder Abbildungen im ''​EPS''​-Format vorliegenUnter Umständen ​wollen ​Sie auch Ihren bestehenden Workflow nicht ändern und an bewährten Programmen wie Ihrem ''​DVI''​-Anzeige-Programm festhaltenIn solchen Fällen ist ein gemischtes Vorgehen anzuraten:
  
-Wir können ​auch noch folgende "​gemischte"​ Vorgehensweise empfehlen:  +  - Verwenden Sie bei ''​\includegraphics''​-Befehlen keine Dateiendungen. Damit wird die Auswahl der richtigen Grafik LaTeX überlassen, ​auch wenn ''​latex'' ​und ''​pdflatex''​ gemischt werden. 
- +  ​Einzubindende Grafiken können in mehreren Formaten ​vorliegen. Sie können beispielsweise ​''​epstopdf'' ​für die Konvertierung von ''​EPS''​ zu ''​PDF''​ verwenden
-  * Die einzubindenden Grafiken als EPS und PDF speichern, im Dokument den Dateinamen ohne .eps oder .pdf angeben. Hat man Grafiken im EPS-Format ​vorliegen, übernimmt das Programm ​''​epstopdf''​ die problemlose Umwandlung nach PDF.  +  ​- Sie können das Dokument während der Arbeit mit ''​latex''​ kompilieren ​und Ihre bisherige Software einsetzenDie Finalversion ​kann dann mit ''​pdflatex'' ​generiert ​werden.
-  ​* Das Dokument während der Arbeit mit ''​latex''​ kompilieren, die entstandene DVI-Datei kann schnell überprüft werden (mit ''​Yap''​ unter Windows bzw''​xdvi''​ unter Linux)  +
-  * Sind alle Arbeiten abgeschlossen, ​kann mit ''​pdflatex'' ​kompiliert ​werden+
  
 ===== Der wiederholte LaTeX-Aufruf ===== ===== Der wiederholte LaTeX-Aufruf =====
Zeile 64: Zeile 62:
 Zu klären ist auch, welche Elemente in einem Dokument überhaupt von dieser Zwei-Schritte-Systematik betroffen sind. Da auch viele Funktionen von Erweiterungspaketen in diese Kategorie fallen, ist es an dieser Stelle unmöglich, alle aufzulisten. Aus den grundlegenden Funktionen sind betroffen: Zu klären ist auch, welche Elemente in einem Dokument überhaupt von dieser Zwei-Schritte-Systematik betroffen sind. Da auch viele Funktionen von Erweiterungspaketen in diese Kategorie fallen, ist es an dieser Stelle unmöglich, alle aufzulisten. Aus den grundlegenden Funktionen sind betroffen:
  
-  * Inhaltsverzeichnis+  * Verzeichnisse
   * Markierungen und Referenzen (Querverweise,​ auch Seitenverweise)   * Markierungen und Referenzen (Querverweise,​ auch Seitenverweise)
   * Digitale Sprungpunkte (Hyperlinks)   * Digitale Sprungpunkte (Hyperlinks)
Zeile 85: Zeile 83:
 Je länger Ihr Dokument wird (z.B. mehrere Hundert Seiten), desto größer ist die Chance solcher Effekte. Kompilieren Sie längere Dokumente bei Fertigstellung daher sicherheitshalber drei oder gar vier Mal, um sicherzustellen dass sich keine Verschiebungen mehr ergeben. Je länger Ihr Dokument wird (z.B. mehrere Hundert Seiten), desto größer ist die Chance solcher Effekte. Kompilieren Sie längere Dokumente bei Fertigstellung daher sicherheitshalber drei oder gar vier Mal, um sicherzustellen dass sich keine Verschiebungen mehr ergeben.
  
-//​Randnotiz:​ in diesem Kontext ist auch die Betrachtung externe Programmewie bibtex, biber oder makeindex notwendig. Auch Sie bewirken manchmal sprungartige Änderungen im Ausgabedokument. Betrachten Sie also den Einsatz externer Programme wie eine potentielle Änderung im Ausgabedokument.//​+//​Randnotiz:​ in diesem Kontext ist auch die Betrachtung externe Programme wie bibtex, biber oder makeindex notwendig. Auch sie bewirken manchmal sprungartige Änderungen im Ausgabedokument. Betrachten Sie also den Einsatz externer Programme wie eine potentielle Änderung im Ausgabedokument.//​
latex/hintergrund.1362848187.txt.gz · Zuletzt geändert: 09.03.2013 17:56 von Thomas Schlager